India Trip 2009

India Trip 2009

„Across India by Train“ – Quer durch Indien mit dem Zug

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Volle Ansicht des Trips

Diesmal gings nach Indien. Da ich selbst aus Sri Lanka stamme, war mir der Großteil irgendwie vertraut. Bis auf die Sprache natürlich.
Die Reise beginnt in Mumbai, der größsten Stadt in Indien, jedoch nicht die Hauptstadt. Da wir zur Monsun Zeit reisten, haben wir mit viel Regen gerechnet. Jedoch….

Von Mumbai gings am selben Tag noch nach Goa. Da der Zug allerdings erst um 23Uhr fährt, und wir schon um 6uhr angekommen sind, mussten wir die Zeit irgendwie totschlagen. Wie, naja das war mir dann teilweise auch ein Rätsel. Aber wir haben es überstanden. In Indien ist es großteils üblich das man Overnight fährt. Hier fängt auch schon unser Abenteuer an…

Die 1. Zugfahrt war etwas völlig neues. Chaos, aber dennoch findet alles seinen Weg. Unsere Reservierungen waren zerstreut, und wir haben versucht, dass wir alle zusammen in einem Abteil schlafen konnten. Anfangs sah es gut aus, dann kam eine Familie mit 4 Kindern…dahin. Wie auch immer, die Nacht haben wir dann irgendwie überstanden.

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In Pernem, einer kleinen Stadt im nördlichen Teil von Goa, angekommen, gings mit dem Bus weiter nach Arambol. Die Busfahrten sind, im vergleich zu die in Sri Lanka, recht angenehm. Sofern man sich ein Sitzplatz ergattern kann.

Arambol ist, zur Offseason, ein kleines verschlafenes Dörfchen im nördlichen Goa. Zur Monsunzeit schaut es dort jedoch sehr wild aus. Aber zur Saison wird alles heraus geputzt und es schaut dann auch um einiges schöner aus. Da wir uns zur Offseason dort befanden, bekamen wir 2 Zimmer zu einem Schnäppchenpreis.(50% weniger !!!)

Der unaufhörliche Regen hat uns dann aus Arambol vertrieben, darüber hinaus auch die nicht aufhörende Feuchtigkeit. Unsere Wäsche war immer feucht, ganz trocken wurde sie nicht, nicht mal bei 100% rpm des Ventilators *gg*. Monsun eben!

Von Arambol gings mit dem Bus nach Panjim (Panaji). Von Panaji waren wir alle überaus beeindruckt. Zwar ist es auch eine hektische Stadt wie Mumbai  und andere größeren Städte,  jedoch überzeugte uns die Sauberkeit bzw. die Reinheit der Gassen und der Straßen. Da die Stadt vormals portugiesisch war, hat es diesen Flair bis dato nicht verloren. Die Häuser leuchten in verschiedenen Farben und mit typischen alt portugiesischen Elementen. Darüber hinaus ist die Stadt auch viel westlicher als uns bis dahin bekannt war. In Panaji waren wir nur eine Nacht, dann ging wieder nach Mumbai…

Geplant war ja eine Woche in Goa, aber die zu starken Regenfälle haben uns umgestimmt und wir mussten unsere Pläne ändern.

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Zurück in Mumbai, gings auch schon wieder weiter im Zug nach Bhopal. Auch diesmal mussten wir wieder bis Abend warten.  Bis dahin heißts wieder die Zeit irgendwie totschlagen. Wir haben uns beschlossen etwas shoppen zu gehn. Zumin haben wir ein Einkaufszentrum aufgesucht, leider war die Auswahl an allem etwas spärlich. Als wir dann wieder Richtung Bahnhof (CST) fahren wollten, haben wir etwas überaus Interessantes erlebt. Die Taxler fahren nicht gern, schien uns, denn sie wollten uns einfach nicht zum Bahnhof fahren, stattdessen wollten sie ihre Route verfolgen. Das ging’s so ca. bei 10 Taxis, keiner wollte, bis uns der Kragen geplatzt ist und wir einen mit Mundgewalt dazu gebracht haben uns endlich zum Bahnhof zu fahren.

Bhopal ist eine typische Verbindungsstadt. Mit dem Bus gings dann auch schon gleich nach Sanchi. Den Regen haben wir soweit es geht hinter uns gelassen! 😉
Aber jetzt steigt uns die Hitze zu Kopf und wir schwitzen aus allen Nähten. Zeitweise ist die Hitze unerträglich. Viel Wasser. Mich hats da leider schon erwischt, die Dehydratation meines Körpers und dazu dann noch die lästigen Klimaanlagen, hatten mir dann den Rest gegeben, und ich fühlte mich 2 Tage elends. In Sanchi gings mir dann so schlecht das wir dann einen lokalen Arzt aufgesucht haben. Dieser gab mir dann unter exotischsten Umständen einige Infusionen. Am nächsten Tag,  so wunderlich es auch klingen mag, fühlte ich mich erstaunlich gut. Viel Wasser musste ich trinken und dazu noch paar profilaktische Tabletten zu mir nehmen. Der Aufenthalt in Sanchi hat sich aber als sehr interessant erwiesen. In Sanchi befindet sich eine uralte Tempel Anlage der Asoka Era. Wir waren von der herrvoragenden Instandhaltung der Anlage positiv überrascht, schließlich wird das vom Weltkulturerbe gefördert.

Am selben Tag ging dann weiter nach Jhansi. Der Zug hat auf sich warten lassen. Knappe 4h haben wir auf diesen gewartet. Keine Ankündigung, keine Verspätungsangabe, dennoch wussten die Leute wie aus heiterem Himmel, dass der Zug gleich kommt.

Die Fahrt dauert 4h. 4h in engsten Verhältnissen. Aber dennoch schön, man kommt den Leuten näher, die ja auch sehr Kommunikativ sind/werden,  sobald sie gleichfarbige Ausländer treffen. Auf unsere Antwort, dass wir aus Sri Lanka stammen, kam immer dieselbe Reaktion. „Ah Sri Lanka has the best Bowler, and Wicketkeeper“-„Ah Sangakkara, Jayawardene“.  Wir schmutzelten jedesmal nur.

In Jhansi angekommen, haben wir dann unser blaues Wunder erlebt. Da wir Seater gefahren sind, war die eindringende Masse an Menschen in den Zug so hoch, dass wir Probleme hatten auszusteigen. Ich blieb mit meiner Umhängetasche hängen bis mich irgendjemand befreit hat. Die Leute haben eine panische Angst, dass der Zug ohne sie Weg fahren würde. Auf einem Quadratmeter zwängen sich somit bis zu 10Leute in eine nicht mal 1m breite Öffnung die sich Tür nennt.

Von Jhansi gings dann mit einem Riksha (Motorisierter 3Räder, gibst auch in Italien) weiter nach Orchha. Orchha ist berühmt für seine Festungen. Allein in Orchha befinden sich 3 Festungen, die zusammen ein 3-eck bilden. Aus Zeitmangel, konnten wir uns nur eine Festung anschauen, und von diesen waren wir schwer beeindruckt. Den Raja Mahal. Das Interessante an diesem Bauwerk ist, es ist von mehreren Kulturen geprägt (nicht nur von einer einzigen). Und schon damals hatten sie Einrichtungen um gewisse Teile der Festung zu kühlen. Durch komplizierte unterirdische Luftkänale wurde die Luft durch 2 Türmen, von außerhalb, in die Festung transportiert, unterwegs wurde die Luft dann abgekühlt. Uttar Pradresh dem Bezirk in dem sich Orchha  befindet, ist generell bekannt für seine zahlreichen Festungen. Aber auch in Rajastan befinden sich viele Festungen. Was unser nächster Stopp ist.

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Von Orchha, eigentlich von aus Jhansi, gings nach Agra, und hier nähern wir uns unserem Highlight. Agra befindet sich im gleichen Bezirk wie Orchha, auch in Uttar Pradresh. Und hier steht der Taj Mahal. Aber zunächst haben wir den Chini Ka Rauza, einem bedeutenden Monument in Agra, eigentlich auch ein Mausoleum eines Prime Ministers, besucht.  Als 2. ging’s zum liebevoll benannten Baby Taj,  offiziell heißt es Itmad-ud-Daulah.  Der Taj Mahal stellt alles in den Schatten was ich bzw. wir bisher gesehen haben. Es gibt nichts Vergleichbares. Es ist ein ganz anderes Gefühl wenn man es direkt vor sich hat, es berühren kann. Ist, wie auch die anderen Weltwunder, ein architektonisches Meisterwerk menschlichen Handwerks. Die Verzierungen sind nicht bemalt, sondern sind nur weitere Steine innerhalb des Mauerwerks aus Marmor. Das ganze Monument ist zugleich unbeschreiblich schön, aber auch traurig zu gleich. (Geschichte bei Interesse selber nachlesen). Es ist eine Frage des Zeitpunktes wann man zum Taj Mahal geht. Je früher desto ruhiger. Gegen Mittag, wo die Sonne im Zenit steht, erstrahlt der Marmor jedoch am hellsten, aber auch die Menschen stehen dann Schlange. Lieber fragt man sich dann, soll man da in der Hitze stehn? Eher lohnt es sich in der Früh in aller Ruhe den Taj zu besuchen. Dann wo man auch geeignete Bilder machen kann.

In Agra blieben wir 2 Tage, genug Zeit um auch die Agra Festung anzuschauen. Das ist die Festung wo der Imperator  Shah gewohnt hat. Auch hier, weit und breit Mamor mit unbeschreiblich schönen Gravuren und Verzierungen.

Irgendwie verfolgt uns der Regen, sowohl in Orcha als auch in Agra hat uns der Regen am letzten Tag heimgesucht. Zuvor war überall Sonne. Wie auch immer…auf ging’s nach Jodhpur.

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Langsam aber auch nähern wir uns dem Ende unseres Trips quer durch Indien. Unser letzter Stopp in Indien war Jodhpur. Jodhpur, der Name klingt nach Joda. Tatsächlich jedoch, hat auch ein Herr Namens Rao (auch Roa) Jodha die Stadt gegründet und befindet sich im Bezirk Rajasthan. Die Stadt hat mich auch schwer beeindruckt, aber die Hitze hat mich auch zu schaffen gemacht. Die Stadt ist dermaßen eng verbaut, dass sich das ganze Leben zwischen ca. 3m schmalen Gassen abspielt. Auf den Hauptstraßen ist verhältnismäßig weniger los. Auch in Jodhpur gibt es paar Festungen. Direkt vor unserem Guesthouse war eines, Meherangarh Festung. Dieser gilt als uneinnehmbar, zur damaligen Zeit. Irgendwie auch logisch, die Festung wurde auf einem 123m hohen Felsen erbaut. Von unseren Guesthouse aus, haben auch wir eine Kameltour in die Wüste gemacht. Ein wirklich abenteuerlicher Ritt auf Kamelen. Heiß, sehr heiß, so dass ich, mal wieder ich, einen Sonnebrand am linken Oberschenkel bekam. Dunkle Haut seit dank, war nicht so schlimm, obwohl die Sonne direkt drauf geschient hat.

Die Wüste um Jodhpur herum ist nicht unbewohnt, es leben einige Leute dort. Viele leben von ihren Kamelen, in dem sie diese eben zu Kamelritten anheuern lassen.

Unser Pech hat uns auch bis in die Wüste verfolgt. Kurz nach dem wir in einem Dörfchen halt gemacht hatten, etwas zu essen, kam ein Wind auf und das verhieß nichts gutes. Es hat etwas geregnet. Um ca 17Uhr ging der Ritt weiter, die Sonne war nun endgültig weg. Es wurde angenehmer, zu angenehm. Kurze Zeit drauf prasselte es wie aus Eimern. Die Einheimischen waren uns wohl irgendwie dankbar. Denn sie haben bereits auf einen Regen gewartet. Scherz beiseite. Wir alle waren mal wieder klitsch nass. Gegen 20Uhr ging’s dann zum Auto zurück. Es war stockdunkel und zeitweise haben wir uns gefragt, wie sich die Kamelführer wohl zu recht finden. Gegen 23uhr sind wir dann wieder im Hotel angekommen.

Am letzten Tag in Jodhpur hab ich mich mit Tharuka auf die Festung begeben, keine leichte Sache. Der Tag war unerträglich heiß, und wir haben den falschen Zugang zu Festung genommen. Aber noch mal runter und die Tickets zu holen wollten wir nicht. Also blieben wir nur draußen und haben  uns die Stadt von der Mauer aus angeschaut.

Um ca 18Uhr gings nach Mumbai zurück. Uns steht eine 17h Zugfahrt bevor….

Die letzten Tage in Mumbai haben mit damit verbracht, unseren Liebsten paar Sachen zu kaufen…
Und hier endet unsere Reise quer durch Indien mit dem Zug.

Good bye India, until next time!

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